Readiness auf Reisen
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DIE Athletiktrainer — BLOGARTIKEL
Readiness on the Road
Wie ihr eure Athleten optimal auf Auswärtsfahrten vorbereitet
Ob Bus, Bahn oder Langstreckenflug – jede Anreise zu einem Wettkampf kostet Energie, die am Spieltag fehlen kann. In der aktuellen Podcast-Folge sprechen wir genau darüber: was Reisestrapazen mit der Leistungsfähigkeit machen und wie man als Trainer oder Athlet das Beste aus der Situation holt.
Der Aufhänger: Zwei NFL-Teams, zwei Strategien
Ausgangspunkt ist ein aktuelles Beispiel aus der NFL: San Francisco 49ers gegen Los Angeles Rams, Saisonauftakt in Australien. Die 49ers reisten fast eine Woche vor dem Spiel an, um sich an Zeitzone und Klima zu akklimatisieren. Die Rams wählten den Gegenentwurf: Anreise erst kurz vor dem Spiel, um den Körper im gewohnten Rhythmus der Heimatzeitzone zu lassen. Ergebnis: Die 49ers dominierten die als Titelfavorit gehandelten Rams über weite Strecken.
„Die 49ers sind wohl über die LA Rams komplett drüber gerollt.“
Ein Extrembeispiel, aber es zeigt eindrücklich: Die Art, wie man eine Reise gestaltet, kann einen echten Unterschied machen – auch wenn die meisten von uns nicht um die halbe Welt fliegen, sondern „nur“ drei Stunden zum Auswärtsspiel fahren.
Die Basis von allem: Wohlbefinden
Der zentrale Punkt der Folge: Bevor es um einzelne Maßnahmen geht, steht das allgemeine Wohlbefinden des Athleten.
„Damit jemand auf so einer Auswärtsfahrt Leistung bringen kann, muss derjenige sich wohlfühlen.“
Auf dieser Basis stehen drei Säulen, die man aktiv gestalten kann.
• Schlaf. Gerade bei Übernachtungsfahrten oft der wichtigste Faktor. Manche Athleten schlafen überall gut, andere brauchen ihre gewohnte Umgebung – deshalb nehmen viele mittlerweile das eigene Kissen mit, um wenigstens diesen einen Faktor konstant zu halten.
• Ernährung. Wiederkehrende Routinen (gleiches Frühstück, gleiche Prematch Meal zur gewohnten Uhrzeit) helfen dem Körper, im vertrauten Rhythmus zu bleiben. Bei Unverträglichkeiten oder Allergien lohnt sich frühzeitige Recherche zu Supermärkten oder eine Nachfrage im Hotel. Und: keine Experimente kurz vor wichtigen Wettkämpfen – neue Dinge werden im Training getestet, nicht am Wettkampftag.
• Aktivität. Nach einer langen Fahrt fühlt sich der Körper „tight“ an – Nacken, Rücken, Hüfte. Leichte Bewegung ist hier oft die beste Medizin: ein Spaziergang an der Raststätte, eine Runde Too-Touch, lockeres Mobility-Training im Hotel. Wichtig ist nicht das perfekte Programm, sondern dass überhaupt etwas passiert, um Körper und Kopf aus dem Reisemodus zu holen.
„Wenn ich in der Früh zur Tankstelle fahre und mir eine Käsebreze hole – bei aller Liebe, dann ist es für mich Faulheit. Das hat nichts mit einer anständigen Vorbereitung auf Leistungssport zu tun.“
Dazu kommt Hydration, die auf Fahrten häufig zu kurz kommt, weil die Trinkflasche nicht griffbereit ist oder man sich nicht traut, ständig auf die Toilette zu gehen.
Kein Standardprogramm – Individualität zählt
Ein wiederkehrendes Thema: Was für den einen Athleten funktioniert, funktioniert für den nächsten nicht. Der Spieler, der 15 Minuten vor Ansprache noch nicht umgezogen ist, bereitet sich nicht automatisch schlechter vor als der, der eine Viertelstunde früher fertig dasitzt – das kann schlicht die individuelle Routine sein. Gerade im Jugendbereich gilt trotzdem: Man sollte junge Athleten verschiedene Herangehensweisen ausprobieren lassen, damit sie mit der Zeit lernen, was ihnen guttut.
Der unterschätzte Bonus: Team-Building
Zum Abschluss ein Gedanke, der über die reine Leistungsfähigkeit hinausgeht: Auswärtsfahrten schweißen Teams zusammen. Ob Jugendturnier in Italien oder Auslandsreise mit der Profimannschaft – diese gemeinsamen Erfahrungen prägen und werden oft unterschätzt.
„So eine Reise hat immer einen Teambuilding-Effekt.“
Fazit
„Schaut, dass das Fundament passt. Und wenn das Fundament passt, dann könnt ihr auch die kleinen Details, die Stellschrauben, drehen.“
Schlaf, Ernährung und Aktivität sind die drei Hebel, die den größten Unterschied machen. Erst wenn diese Basis steht, lohnt sich der Blick auf Feinheiten wie Magnesium vorm Schlafengehen oder Ähnliches.
NT Athletics — ntathletics.de